|
Feb 11
2009
|
|
Ein Ausflug auf die Donauinsel, als die Ausläufer eines Wintersturms Schnee, Regen und Eis gebracht hatten.


Nein, das war nicht die Anreise, man ist ja grundsätzlich auch bei Sauwettter lieber zu Fuss unterwegs. Da gehts rauf zur Brücke, der alten, bekannten, und da gibts auch ne über das Wasser rauschende Ubahn. Und ein Ausblick. Ein eigentlich Groszartiger.
Aber: alles schon gesehen, alles schon gehört. Und da man (jaja, ich spreche noch immer von mir, was jetzt allerdings nichts mit majestätischem Plural zu tun hat, sondern rein mit hinter den Vorhang treten, was ich allerdings schon kaputtmache, indem ich dem mehr Zeilen widme als essenzielleren Dingen, .. ahm. Stop.) ja nicht zum Tourismusbüro der Stadt Wien gehört, gehts ab jetzt Abseits.Runter. Rein, ins Gestrüpp, dort wo die Schuhe so schön nassund kalt werden im Schnee und Matsch..



Und dann entdeckt man (ich, ich weisz, jaja), also der Forscher (Ausflucht geglückt) es. Mitten nach dem Durchkämpfen durch Unterholz, Sträucher und Trampelpfade auf einmal Zelte. Ne Handvoll, ein Zeltdorf.
Ich hab es ja nciht gewagt, höflich anzuklopfen, aber ich glaub da wohnen obdachlose Menschen, was für eine Leben! Es war wirklich bitter kalt, wie der Teich oben zu beweisen vermag, und feucht und triefend. Richtig schöner Ekel-Winter, den man (..) persönlichsogar eh schätzt. Aber da draussen, versteckt, unter der Reichsbrücke, in einem Zelt leben zu müssen und eh überall verdrängt und verjagt werden.. Nein, nicht beneidenswert.


Aber wie gesagt, ich wollte nciht stören, es war auch so gespenstisch leise und das Klicken meiner Pentax (Ha, das ist so dahingesagt, als würd manzu nehm Fotoclub gehören und dort ne Geburtstagsrede für den Vorstand halten, vor versammelter Gesellschaft..) wirkte allein schon fehl am Platz. Naja, es ist dokumentiert. Und ich bin um eine Einsicht weiter. Man auch.
Weg, durch Zivilisationsüberreste, die hald groszstadtbedingt überall herumlurken. Wer allerdings tonnenweise Oliven in sich reingestopft hat, man bedenke, Donauinsel, ist mir ein Rätsel. Oder vielleicht wollte jemand nen Hain gründen, um in 50 Jahren selbst zu ernten. Blöd hald, der Winter weisz das zu verhindern, aber ey, kein Problem, bald haben wir eh zwar mehr Stürme, Überschwemmungen und Extremwetterfälle, aber dafür auch irgendwann weniger Schnee und Kälte. Der Globus hat ja ein krankes Klima. Und das geht auch nciht mehr so schnell weg. Also her mit den Olivenbäumen.
Ein wenig entfernte Nachbarn zur Zeltstadt, ne, Dorf, sind Schwäne, Teichhühner und Enten (Meist Stock, aber auch andere). Zutrauliche Viecher, eigentlich. Aber ruhighalten können sie gar nicht, wie zapplige Volksschüler.

Nachbar 2 zum Zeltdorf: Fischerboote, Fischeboote, die mehr den Eindruck einer Gartenhütte machen. Da ists nix mit Tradition, Ästhetik, oder, Gott bewahre, Form follows Emotion. Aber ich glaub, Fischer habens auch cniht so mit Industrial Design. Ganz generell gesprochen.
Die Zeit verrinnt, komische Wetter-Windräder und bald wird es dunkel. Und es war zu diesem Zeitpunkt schon so kalt, dasz ich alles verwackelt habe. Was ich natürlich nur auf die längeren Belichtungszeiten schiebe, nciht auf bis an die KNochen gefrorene Finger und der Tatsache, dasz ich mich fernab der Wege dann doch tatsächlich in Mitten der Donauinsel sowas wie verirrt habe. Ist ja beinahe peinlich. Aber was solls, der Abenteuerdrang ist hald manchmal stärker als die Vernunft. Oder oft. Eher oft, ja, so sagt man (Ok, ich gebs zu Ende auch hier zu: ich.).
Donauinsel - Winterfrost




